KAFIR DARWIN - HUMAN ANIMALS by Roland Straller




„Es ist, als ob man einen Mord gesteht...“

…vertraute der größte Vordenker der modernen Evolutionslehre Charles Darwin vor der Veröffentlichung seines Werkes „Entstehung der Arten“ (1859) einem Freund an. Er fürchtete sich vor öffentlicher Ächtung, nicht nur, weil seine Ideen die Kirche und ihre religiösen Mythen düpierte, sondern vor allem, weil sie die Unangreifbarkeit der britischen Adelsschicht (zu der auch Darwin selbst zählte) bedrohte.

Denn hinter Darwins Geistesblitz steckt (ungeachtet historischer Fehlinterpretation) ein brandgefährlicher und zugleich urdemokratischer Gedanke: Hat Gott nicht die Ordnung der Natur geschaffen, dann ist er auch nicht für die soziale Ordnung verantwortlich. Die Gesellschaft und ihre Stände sind somit verhandel- und angreifbar.


Man könnte noch weiter gehen: Die Evolutionstheorie richtig verstehen, heißt, nicht die Art, Rasse, Ethnie oder Nation, sondern jedes Individuum als in seiner Existenz einmalig zu begreifen. Eine Gesellschaft, die diesem Gedanken gerecht wird, kann nur eine pluralistische, ganz sicher aber kein Gottesstaat sein.«

Ab 2019 soll die Evolutionslehre aus türkischen Schulbüchern verschwinden. Die Theorie sei fragwürdig, umstritten und zu kompliziert für Schüler, hieß es zur Begründung. "Wir glauben, dass dieses Unterrichtsfach das Verständnis der Schüler übersteigt", lässt das Bildungsministerium verlauten.



Quelle: Auzug aus einem Kommentar von Marcel Dörsing vom 23.06.2017: „Warum Darwins Evolutionstheorie in Erdogans Türkei stört“ - www.general-anzeiger-bonn.de)


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